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Es war die Hölle ...

Also!!!

Ich war gerade 14 Jahre alt geworden, als ich mich auf einmal zu dick fühlte... Meine Klassenkameraden und meine Familie sagten mir zwar immer, dass ich gertenschlank war, was ich aber nie glaubte, oder glauben konnte...
Ich musste abnehmen... Sonst kriegst du nie nen Freund, wenn du so hässlich fett bist...
Und ab da fing die Hölle an... Ich wog mich jeden Tag, doch egal was die Waage anzeigte: Ich verweigerte das Essen trotzdem... Ich war wütend auf mein Leben, auf meine Familie, weil sie mich jetzt nur noch kontrollierten...
Heute weiß ich, dass sie das alles nur gut gemeint haben...
Sie verboten mir, in meinem Verein Tischtennis zu spielen, dafür bestrafte ich sie damit, dass ich jetzt noch mehr Sport machte... Ich aß immer weniger, manchmal nur noch zwei Scheiben Knäckebrot am Tag, rannte, um das wieder runter zu bekommen, vielleicht 30 Mal die Treppen hoch und runter... Außerdem verbot ich mir mich zu setzen... So kam es auch mal vor, dass ich mitunter eine halbe Nacht stand, ohne zu schlafen... In der Schule war es nicht besser: Ich hob meine Beine den gesamten Unterricht an, um Kalorien zu verbrennen, meine Schulbrote warf ich in den Mülleimer... Meine Hausaufgaben machte ich im Stehen... So wurden meine Noten deutlich schlechter... Eines Tages vertraute ich mich meiner Zwillingsschwester an uns sagte ihr, dass ich seit 7 Monaten meine Tage nicht mehr bekommen hatte...
Natürlich verriet sie das meiner Mutter, die mich beim Essen ab da an immer so komisch ansah... Ich hatte Hass auf sie, auf meine ganze Familie, die es eigentlich nur gut mit mir meinten...

Ich selbst sah, als ich nur noch 39 Kilo wiegte, noch nicht ein, dass ich an Magersucht leidete... Ich machte jeden Tag die Hölle durch, hatte sogar Selbstmordgedanken...
Als mich schließlich meine Klassenlehrerin ansprach, nahm ich mir vor, mit meiner Mutter über eine Therapie zu sprechen... Sie sah ziemlich erleichtert aus... Am nächsten Tag wies sie mich ins Heinrich-Braun-Klinikum ein... : Meine Rettung.... Ich wurde 12 Wochen stationär behandelt, fand einen Freund, mit dem ich 2 Monate zusammen war und genoss von da an wieder mein Leben :))))...

Heute bin ich 15 Jahre alt und fühle mich wieder wohl in meinem Körper... Ich ernähre mich gesund, treibe in GESUNDEM Maße Sport und bin die Beste in meiner Klasse... Natürlich habe ich Angst wegen eines Rückfalls, aber meine Familie unterstützt mich voll und ganz...

Also, an alle, die sich selbst zu dick finden:
Liebt euren Körper, so wie er ist, keine Mensch ist perfekt...

Liebe Grüße, Eure Tessa (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web)

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Jetzt brach meine Welt zusammen

Ich wollte etwas abnehmen, weil ich aufgrund der gut gemeinten und immer geliebten Rituale meine Oma und mir einiges zuviel auf den Rippen hatte (1,65m-57 kg). Also begann ich eine kleine Diät. Trieb Sport und verbrachte ganz viel Zeit draußen. Was dazu führte, das ich gut abnahm. Ich bin viel geritten, weil es mir half den Kopf frei zu bekommen. Ich bekam gefallen daran, das ich die alleinige Kontrolle über meinen Körper hatte. Doch dann lief es völlig aus dem Ruder.

Innerhalb von 3 Wochen nahm ich so 12 kg ab. Ich fing an zu lügen, behauptete schon gegessen zu haben oder müde zu sein und deshalb heut MAL nichts zu essen, damit meine Eltern dachten es sei alles ok und ich hab aufgrund schulischem Stress soviel abgenommen. Ich reduzierte meine Nahrungsaufnahme mehr und mehr, aus drei mal täglich wurde, zweimal und dann nur noch einmal.... So konnte sich prima ein schlechtes Gewissen in meinem Kopf festsetzen, das mir so zu sagen befahl mich schuldig zu fühlen, wenn ich auch nur daran gedacht habe zu essen. Um dieses Gefühl nicht mehr spüren zu müssen, verweigerte ich Essen und ein paar tage später sogar Trinken.

Meine Familie merkte sofort, dass etwas nicht stimmt. Sie versuchten es mit gut zureden :Iss doch Kind, schau du bist so dünn! Meine Mutter war die einzige die merkte, das dieses lieb gemeinte Palabber nichts hilft, denn selbst wenn ich wollte, Ich konnte NICHT MEHR. Sie handelte....wir gingen zu einen Therapeuten (das tat ich nur ihr zu liebe, warum ich dahin musste wusste ich NICHT).
Obwohl ich dem Therapeuten versicherte, nun regelmäßig zu  essen und mein Gewicht zuhalten (1,65 m-45 kg), doch das schaffte ich natürlich nicht, weil ich es schon längst nicht mehr selbst in der Hand hatte, was mit meinem Gewicht passiert, auch wenn ich mir zu diesem Zeitpunkt noch einredetet es sei alles toll und unter meiner Kontrolle. Nach vier Tage gingen wir erneut zum Therapeuten, der mit entsetzen feststellte, das ich weitere 3 kg abgenommen habe.

Jetzt war für ihn, wie auch für meine Eltern alles klar.........KLINIK und nichts anderes.
Der Therapeut empfiehl uns die Kinder und Jugend-Psychiatrie in Herborn.....die meine Mama aber mit aller Gewalt ablehnte, weil sie solche Achtung vor Psychiatrien hat. Meine Mutter suchte Tag und Nacht nach einer Klinik. Und fand die Spezial-Klinik für Essstörungen in Bad Wildungen...... In der ich aufgenommen wurde. Die Therapie bestand aus einer 8-wöchigen Kur. Dann kam er der Tag X.... ich musste in die Klinik.
Ich hatte wahnsinnige Angst..... dachte nur das ich bestimmt zum Essen gezwungen werde und am Bett fest gekettet werde. Doch dem war nicht so. Ich hatte ein riesiges Einzelzimmer, (was gar nicht gut war, weil ich mich eh sehr isolierte) mit Fernseher, eigenem PC, CD-Player, Telefon und einigem Bad.
Startgewicht 42 kg die Therapie begann..... und nach nicht ganz 2 Wochen wurde ich mit 41 kg rausgeschmissen, weil ich starke Depressionen bekam und die Therapeuten und die Klinikleitung damit überfordert war.

Ich war total geschockt und brach zusammen, als der Arzt vor mir zu meiner Mutter sagt, ich sei nicht therapierbar und müsse schnellst möglich in eine Psychiatrie. Als ich das hörte, zog sich in mir alles zusammen und ich hatte das Gefühl vor Angst einen Nervenzusammenbruch zu bekommen. Vor allem meine Mutter traf das sehr, weil sie mir die Psychiatrie ersparen wollte, doch das konnte sie nicht. Also fuhren wir zu Kinder- und Jugend-Psychiatrie Herborn, dort führte ein sehr netter Arzt das Aufnahmegespräch.....
Als er merkte, das die Stimme in meinem Kopf, von der ich sprach (die mir dieses schlechte Gewissen einredetet), bloß ein Gefühl von mir war und keine wirkliche Stimme, ließ er mich wiegen, und aufgrund von 41,2 kg, durfte ich mit meiner Mama nach Hause, um zu beweisen , dass ich es wirklich schaffen will.
Der Arzt stellte mir die Voraussetzung, das mein Gewicht in zwei Wochen nicht unter 40 kg sinken darf.
Diese zwei Wochen zuhause waren die HÖLLE für meine Mutter und mich. Die ersten Tage zeigte ich guten Willen, vielleicht habe ich mir erhofft dann nicht mehr in die Klinik zurück zu müssen, jedenfalls einigte ich mich mit ihr einmal täglich zu essen. Aber danach mussten wir natürlich laufen gehen.... meine Mam willigte ein, damit ich überhaupt aß. Ich entwickelte einen richtigen Bewegungszwang, der kein Ende fand, selbst wenn ich vor Erschöpfung liegen musste, wippte ich mit den Füßen und bewegte die Arme und Hände.
Nach 2 Tage verweigerte ich das Essen und trinken wieder völlig.... Was dazu führte das ich ins Krankenhaus musste....weil meine Verdauung abgeschaltet hat. Ich bekam 9 Einläufe, in einer Woche, um meinen Darm zu entlasten... Was nicht half. In der zweiten Woche zuhause..... musste ich wieder ins Krankenhaus, ich bekam keine Luft mehr, meine Mutter fuhr wie eine Bekloppte, weil ich am ersticken war. Diesmal musste ich im Krankenhaus bleiben und hing mehre Tage an der Infusion.

Danach kam ich also nach Herborn in die Psychiatrie.... Gitter an den Fenstern, verschlossene Türen, Toilettenbegleitung und Doppelzimmer. "HORROR". Therapie-Anfangsgewicht: 39,5 kg.
Ich musste dort einen Behandlungsvertrag abschließen, der beinhaltete, dass ich die Klinik erst mit 46 kg verlassen darf. Ich musste jeden tag nach dem aufstehen (aufs Klo gehen) und wiegen, dann musste ich mein Gewicht in eine Gewichtskurve eintragen... noch dazu musste ich täglich 100g zunehmen, durfte aber höchstens 300g zunehmen. Wenn ich darunter lag, musste ich eine strenge Bettruhe einhalten und durfte mein Zimmer nur zum Essen und zur Toiletten verlassen. Sollte ich dann immer noch abnehmen, bekam ich über eine Magensonde Nahrung erhalten. Erst mit 42,5 kg durfte ich mit Aufsicht nach draußen.
mit 43 kg konnte ich die Schule besuchen, mit 44 kg am Wochenende nachhause und an allen Freizeitaktivitäten teilnehmen.

Es klappte nicht.... Weihnachten rückte immer näher..... Und mein größter Wunsch, an Weihnachten zuhause bei meiner Familie zu sein, wurde immer unerreichbarer für mich. Ich nahm in der Klinik noch 1,5 kg ab (hatte dann also 38 kg) und bekam die Sonde..... Das war das schlimmste Erlebnis meines Lebens.
Über diesen komischen ekligen Schlauch, der durch die Nase über die Speiseröhre in den Magen ging, bekam ich dann also 2200 Kalorien zugeführt und die verlangten trotz alle dem von mir zusätzlich normal an allen Mahlzeiten teilzunehmen.... was ich tat, aber nicht wirklich viel essen konnte, weil das schlucken mit dieser ´"Schlange" in meinem Hals, der obere Horror war.
Irgendwie waren nach einer Weile meine Schutzengel wieder bei mir.... Und halfen mir so innerhalb von 4 Wochen auf mein Entlassungsgewicht von 46 kg zukommen... So wurde ich am 22.12.2006 offiziell entlassen. Meine Eltern holten mich breit grinsend ab und wir gingen erstmal ausgiebig Frühstücken.

Das ist jetzt alles gut 1 Jahr her...... Und mir geht es sehr gut. Hab wieder Appetit und kann ohne schlechtes Gefühl essen... hab dadurch halt auch einiges zugenommen. Aber ich treibe Sport, gehe 3 mal in der Woche ins Fitness, Reite mindestens 3 mal die Woche und ernähre mich einigermaßen gesund (nicht immer - aber immer öfter).

Wenn euch mein Mega-Text nicht VIEL zu lang ist zum lesen..... hoffe ich das es euch etwas Mut macht, falls ihr betroffen seit.
Ich möchte hiermit allen Menschen mit einer Essstörung zeigen.... dass man den Weg zurück ins Leben schaffen kann.
Und falls ihr euch fragt, ob es jemals wieder so werden kann wie früher, so unbeschwert, lustig und problemlos...... Ja!!! Das kann es, ich spreche aus Erfahrung.
Ihr müsst nur ganz fest daran glauben.....und euch immer wieder sagen....ICH BIN STÄRKER ALS DIESE KRANKHEIT UND DARAN NICHT SCHULD!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, ob euch mein Roman :"Weg von der Waage, zurück ins Leben" weitergeholfen hat oder ob ihr Ähnlichkeiten zu euren Symptomen gesehen habt.

Natürlich helfe ich euch auch gerne und stehe mit Rat und Tat zur Seite, wenn ihr fragen habt......




Jessica Adelmann, Neuss
jessy_adelmann@web.de

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Berichte von einer nicht typischen Magersucht

Ich kann von einer nicht typischen Magersucht berichten, die ich erfolgreich hinter mich gebracht habe. Ich möchte zeigen, dass es auch Essstörungen gibt, die nicht dem typischen Klischees unterliegen.

Bei mir fing alles ungefähr im Jahr 1999/2000 an. Ich hatte früher immer Idealgewicht. Ich fühlte mich nicht zu dick und ich habe auch nie in meinem Leben eine Diät gemacht. Ich war zwar immer sehr darauf bedacht, wie ich aussehe, aber das bezog sich bei mir auf meine Frisur, Kleidung, Sauberkeit etc. Ich komme aus einer Familie, in der 90% der Mitglieder übergewichtig sind. 1999 zog ich bei meinem Vater aus und bei meinem Verlobten ein. Dort begann das Desaster. Ich wurde arbeitslos, bekam die Diagnose "Bandscheibenvorfall" was zur Folge hatte, dass ich nicht mehr als Altenpflegerin arbeiten konnte und meine Leidenschaft, das Tanzen, aufgeben musste. 

2001 heiratete ich und mit der Zeit wurde ich immer unglücklicher. Mein Mann lies mich immer alleine. Wir sprachen kaum miteinander. Meine Gefühle durfte ich nicht zeigen und er bestimmte mein Leben. Ich fühlte mich wie in einem Käfig, aus dem ich nicht die Kraft hatte auszubrechen. Ich bekam schwere Depressionen, durch die ich meinen Appetit verlor und immer mehr abnahm. Ich bekam das erst gar nicht so mit, da ich die typische Körperschemastörung hatte. Das heißt, ich schaute in den Spiegel und sah eine normalgewichtige Frau. Mir fielen die Knochen nicht auf, die hervorstachen. Mein knochiges Gesicht empfand ich als normal, sowie den Rest meiner Figur. Ich rutschte ohne es zu merken in einen lebensbedrohlichen Gewichtszustand. Wenn mich Freunde oder Familienmitglieder darauf ansprachen erklärte ich sie für verrückt. Kleinere Kleidungsgrößen erklärte ich mir so, dass die Sachen wohl groß ausfallen würden. In dieser Zeit stand ich niemals auf der Waage, um mein Gewicht tatsächlich zu kontrollieren. Ich zog mich immer mehr zurück in mein Schneckenhaus. Ich fühlte mich einsam, verlor mit der Zeit all meine Freunde. Ich hatte nur noch meinen Mann, der aber niemals für mich da war. 

2002 entwickelte ich dann eine Panikstörung. Das heißt, immer wenn ich meine Wohnung verlassen hatte, bekam ich Panik mir könnte was passieren, wie zB Ohnmächtig werden, mich übergeben zu müssen etc. Was dann zur Folge hatte, dass ich gar nicht mehr aus den Haus ging. 

Durch zwei Schlüsselerlebnisse erkannte ich dann 2003 in welcher Situation ich wirklich war. Ich gestand mir die Essstörung ein und mir wurde klar, dass ich etwas ändern müsse, wenn ich wieder mit meinem Leben zurecht kommen wolle. Also ging ich kurzerhand zu meinem Hausarzt und lies mir eine Überweisung zu einem Therapeuten geben, sowie Adressen. Am gleichen Tag rief ich einen Therapeuten an und bekam auch sofort einen Termin. In der ersten Sitzung wurde mir sofort nahegelegt, dass ich stationär gehen solle, um erst mal an Gewicht zu gewinnen und mich zu stabilisieren. Das tat ich auch und somit war ich ne gute Woche später in Köln im St. Agatha Krankenhaus auf der Station Ambrosius. Dort verbrachte ich dann 14 Wochen. Ich nahm an Gewicht zu, trennte mich von meinem Mann, da ich erfahren hatte, dass er öfters fremdgegangen war. Ich ging mit mir selber sehr hart ins Gericht und erkannte viele Verhaltensmuster an mir, die es zu ändern galt. Es stellte sich heraus, dass ich die Magersucht dazu benutzte um erstens meinem Umfeld zu zeigen: "Hey Leute, seht her, mir geht es schlecht. Bitte hilf mir!". Dann war das ewige Hungergefühl für mich eine Möglichkeit, meine anderen Gefühle nicht spüren zu müssen. Meine Trauer, Einsamkeit, Wut, Enttäuschung etc. Was aber auch zur folge hatte, dass ich schöne Gefühle wie Freude, Liebe, Geborgenheit etc ebenfalls nicht mehr spüren konnte. Ich fühlte mich leer, viele Jahre lang. Es dauerte lang bis ich an diese Gefühle wieder ran kam. 

Nach meinem Aufenthalt auf Ambrosius zog ich dann nach Köln in meine eigene kleine Wohnung. Anfangs ging es gut. Ich aß und nahm nicht wieder ab, aber nach kurzer Zeit schon hatte die Magersucht und die Depressionen mich wieder voll im Griff. Ich nahm wieder ab und erreichte ein niedrigeres Gewicht als vor meinem Klinikaufenthalt. Nach einem knappen Jahr holte mein Vater mich wieder zu sich nach Hause, weil er sich das nicht mit ansehen konnte. Wir hatten beide die Hoffnung, dass es mir dort wieder besser gehen würde. Vom Gewicht her, traf das auch ein. Ich nahm schön zu, konnte wieder essen, aber ich fühlte mich immer noch alleine und einsam. Ich saß überwiegend am PC, hörte Musik und starrte Löcher in die Luft. 

Ende 2004 entschloss ich mich dann noch mal nach Ambrosius zu gehen, da ich den ersten Aufenthalt selber abgebrochen hatte und weil mich die ambulante Therapie nicht weiter brachte. Somit ging ich dann noch mal dorthin für 8 Wochen. Da ich nicht mehr zu meinem Vater zurück konnte, ging ich dann nach diesen 8 Wochen zu meiner Mutter, bei der ich noch mal ein gutes Jahr gelebt habe. Im Jahre 2005 begann ich eine Ausbildung, gewann immer mehr an Gewicht und Lebensfreude. 

Heute wohne ich mit meiner Schwester zusammen, arbeite sehr gerne im Altenheim in der Hauswirtschaft, habe inzwischen wieder Normalgewicht, mit dem ich mich super-wohl fühle und habe seit Monaten nicht mehr gehungert. Ich treffe mich viel mit neugewonnenen Freunden. Ich genieße mein Leben und freue mich darauf, morgens aufstehen zu können. Ich habe den Kampf gegen die Magersucht gewonnen, sowie gegen die Depressionen und die Panikstörung. Nix davon ist mehr bei mir zu spüren und ich hoffe, dass alle, die von einer ES betroffen sind, den Weg dort raus finden, denn ein Leben ohne ES ist soviel schöner!!!




Y. L., W.

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Folgeerkrankungen

Hallo, ich bin eine ehemalige Betroffene und möchte an dieser Stelle alle warnen. 

Ich bin seit einigen Jahren nicht mehr essgestört (das soll anderen Hoffnung machen), aber 
ich habe mit den Folgen der Magersucht zu kämpfen. Das heißt, mein Blut ist noch immer 
nicht ganz in Ordnung, ich leide unter Osteoporose ( Knochenschwund), mein 
Kreislauf (Herz) ist nicht in Ordnung und meine Haut ist früh gealtert. Früher fand 
ich es gut, wenn die Ärzte mich in Ruhe ließen und ich weit unter Normalgewicht 
herumlaufen konnte. Aber heute sehe ich das anders und hätte mir von den Ärzten 
gewünscht, dass man auch an die Zukunft denkt, dann wäre mir zumindest die 
Osteoporose erspart geblieben.   


Anja, Bielefeld

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Ich weiss auch nicht wirklich, was mit mir los ist.

Hallo,

ich weiss gar nicht, ob mein Beitrag hier hin gehört, oder nicht... Ich weiss auch nicht wirklich, 
was mit mir los ist.
Vor ca 6 Jahren war noch alles prima. Da war ich 17, stand vorm Abi, hatte einen Freund, eine 
"nette" Familie, hatte viele Freunde, viele Hobbies...

Meine Freundinnen waren aber alle schlanker als ich (179 cm - 67kg). Vor allem meine 
Oberschenkel fand ich so elefantenmässig dick. Als ich mich dann einer Zahnoperation 
unterziehen musste, 
dachte ich mir, dass es doch der perfekte Moment für eine Fastenkur sei. 10 Tage lang habe ich 
nur getrunken, und wog dann nur noch 63 kg. Beflügelt von meinem besseren Aussehen, wollte ich 
Diät halten und weiter abnehmen. Das ging auch den Sommer über wunderbar, ich war glücklich. 
Dann kamen die FAs. 

Zu Anfang nahm ich meine 5kg zu, die Hosen zwickten und ich fühlte mich fett. Es hielt sich aber 
noch in Grenzen. Als ich 6 Monate später meine nächste Fastenkur startete, klappte es weniger gut... 
musste zwischendurch immer naschen... das Wechselspiel zwischen extremem Fasten und 
Fressattacken begann. Ich nahm Unmengen an Nahrung zu mir, und am nächsten Tag machte 
ich Sport und fastete. Dann war mit meinem Freund Schluss und ich erfüllte mir meinen Traum 
3 Monate zu reisen. Die Bulimie hat mir das leider alles kaputt gemacht. Natürlich war es schön, 
und ich will die Zeit nicht missen... aber ich verdränge natürlich auch die ganzen schlimmen Tage, 
wo ich wie besessen von einem Supermarkt in den nächsten rannte um Schokolade zu kaufen... 
Im Schnitt ging ich dann zu 5 verschiedenen McDonalds um mir manchmal sogar 2(!) McFlurrys 
zu kaufen, plus mehrere Tafeln Schokolade und ca. 1kg
Trockenobst/Nüsse. Als ich mich nicht 
mehr rühren konnte, schlief ich einfach... Da meine Sachen sehr schnell sehr viel enger wurden 
musste ich was tun! Das Zeug musste raus. In den Jugendherbergen war es allerdings nicht einfach 
Ruhe zu finden um alles zu erbrechen... hab's deshalb meist nicht geschafft alles rauszubrechen... 
wahrscheinlich nicht mal die Hälfte. Ich hasste meinen Körper. Da ich viel tauchen war, musste ich 
natürlich auch ständig einen Bikini tragen, und ich wollte einfach nur sterben. Als ich nach Hause 
kam, hab ich gemerkt, wie geschockt alle bei meinem Anblick waren. Hab wohl 15 kg 
zugenommen, in 11 Wochen. 

Ich musste das wieder loswerden. Ich ging 4-5mal die Wochen ins Fitnessstudio, nahm 
mehrmals die Woche Abführmittel.. an die 30-40 Stück jedes mal (statt 1-2), und verbrachte 
die Nächte mich vor Schmerzen windend auf dem Badezimmerfussboden... nebenbei erbrach 
ich weiter... und trotzdem nahm ich nicht ab. Ich nahm einfach kiloweise Essen zu mir.. meine
Familie machte Bemerkungen und begann Essen vor mir zu verstecken, es war mir so peinlich. 
Auf Arbeit wurde ich ermahnt, weil ich zu lange Toilettenpausen machte. Aber mein Magen 
spielte verrückt wegen der ganzen Abführmittel. Zeitweise hab ich tagelang gar nichts mehr 
gegessen, und dann monatelang gestopft. Ich habe auf Arbeit das Essen meiner Kollegen geklaut, 
und bei Gästen (im Hotel) Dinge aus dem Papierkorb gefischt und gegessen. Ich war einfach 
nur noch ein fettes, ekliges Etwas mit Pickeln und null Selbstbewusstsein. Ich ging kaum
noch 
weg, verbrachte die Zeit in meinem Zimmer und stopfte in mich rein. Am schönsten waren die 
Vormittage. Meine Familie war nicht da, und ich hatte freien Zugang auf alles Essbare!!! Damit 
es nicht auffiel, hab ich die Vorräte immer nachkaufen müssen, aber es war mir egal. 

Irgendwann hatte ich's jedoch satt. Ich habe damit aufgehört, von heut auf morgen, und eine 
Therapie angefangen. Aber ich fand das alles sinnlos, weil ich immer noch nicht wusste, warum 
ich so war. Ich habe mich einfach nur gehasst und wollte dünn sein. Am Liebsten wollte ich 
magersüchtig sein !! Als ich dann wegzog, zu meinem damaligen Freund, wurde schlagartig 
alles besser, ohne, dass ich es bemerkte.. ich machte 1mal die Woche Sport im
Verein und kochte für mich und meinen Freund, und ich hatte wieder ein gutes Gewicht : 67kg. 
Das war vor 2 Jahren, und ich dachte, ich wäre geheilt.

Aber jedes Mal, wenn irgendeine Krise ist, in meinem Leben, dann kommt die Bulimie 
zurück. Diesen Sommer war's wieder so... das alte Schema. Ich schlich von Laden zu 
Laden und kaufte Schokolade, Nüsse, Bonbons, Kuchen, Kekse, alles, was ich finden 
konnte. Und dann ging's aufs Klo... obwohl ich mir doch geschworen hatte aufzuhören, 
obwohl ich doch 2 Jahre lang "gesund" war.

Ich weiss doch, wie ich mich zu ernähren habe, ich lebe auch ziemlich gesund, aber ich 
habe panische Angst, vor der nächsten Attacke, und Angst
wieder zuzunehmen und die 
Kontrolle zu verlieren, die ich mühsam zurückgewonnen habe. Ich hasse mich total, und 
es fällt mir so schwer, die Liebe von meinem jetzigen Freund zu akzeptieren, obwohl ich 
mich so sehr danach sehne dies zu können.... Jedes Mal, wenn ich mal ein bisschen zuviel 
esse, denk ich, dass ich ein Versager bin, und will am liebsten aufs Klo. Aber im Moment 
gelingt es mir stark zu bleiben, und den "Vorfall" abzuhaken, und lieber durch Sport 
auszugleichen. Aber ist das nicht auch eine Art von Sucht, von Bulimie? Es ist zwar nur 
ganz dezent... aber meine Erfahrung sagt mir, dass es bei der nächsten kleinen Krise alles 
wiederkommen wird, und es belastet mich Tag und Nacht. Ich weiss gar nicht, ob ich krank 
bin, oder gesund, und ob der Beitrag hierher gehört, weil ja viele viel schlimmer dran 
sind als ich. Aber es tut gut sich das mal von der Seele zu schreiben und zu wissen, 
dass man nicht allein ist. Wer mir schreiben will....gerne....
(meinen Namen und die Emailadresse mag ich allerdings nicht preisgeben)



C. aus Frankfurt (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web)

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Ich will leben

Hallo, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll...ich bin zu dick. Das weiß ich; das ist eine 
Tatsache. Ich bin vielleicht nicht überaus fett, schlimmer geht's immer, aber ich bin 
zu dick. Im Vergleich zu den anderen Problemen, von denen ich hier erfahren habe, 
klingt meins wahrscheinlich gar nicht so schlimm, und eigentlich sollte es auch kein so 
großes Problem darstellen, aber ich bin nicht glücklich. 

Soweit ich zurück denken kann, war ich schon immer mit meiner Figur beschäftigt. 
Ja, auch schon als kleines Mädchen in der Grundschule, weil ich nie so dünn war wie 
die anderen Kinder, habe ich mich immer geschämt, vor allem, als die Kinder dann 
auch noch anfingen mich zu hänseln, weil ich immer dicker wurde. D
amals war es sicher 
noch nicht so krankhaft wie jetzt, es hätte behoben werden können, wenn meine Mutter 
sich damals nicht auch noch über mein dickeres Bäuchlein lustig gemacht hätte. Sie hat 
es nicht böse gemeint und hatte keine Ahnung, was sie damit anrichten könnte, aber na ja, 
so gab sie mir das Gefühl
immer unzufrieden mit mir zu sein, und das machte mich traurig. 
D
as macht es immer noch, weil es eigentlich immer noch so ist. Der Grund, warum ich 
damals soviel zunahm, war der, dass 
ich viel alleine zu hause war, da meine Mutter, die mit 
mir alleine lebte, oft lange arbeitete und ich mich zu hause alleine aus Frust und Langeweile 
voll stopfte. A
m liebsten mit Milchschnitten, Kellogg´s Smacks und allen möglichen Sachen, 
die nicht lange satt machten und von denen ich dementsprechend oft und viel aß. So lebte ich 
mein fettes leben also immer weiter, weinte oft, weil ich mich so hässlich fühlte und traute 
mich schließlich auch nicht ins Freibad. 

Und dann im alter von 15 Jahren nahm ich auf einmal ab. das war die beste Zeit meines Lebens! 
12 Kilo! ja ...da war ich glücklich und meine Mutter auch. Ich weiß nicht warum ...auf 
einmal schaffte ich es zu verzichten und als die ersten fünf Kilo runter waren, meldete 
meine Mama mich zu meinem Glück und trotz dem hohen Preis im Fitnessstudio an, o Mann! 
Wie oft ich mit ihr schon darüber gestritten hatte!! Aber da ich die fünf Kilo runter hatte, 
wollte sie mir auf einmal helfen. Meine Pfunde schmolzen nur so dahin ... es waren zum 
Glück gerade Sommerferien und ich ging aus Spaß und weil ich nichts anderes zu tun hatte, 
jeden Tag ins
Fitnessstudio und machte sämtliche Kurse von Aerobic über "Bop" und 
"Bauch weg" mit. T
ja, da hatte ich viel geschafft, aber als die Schule wieder losging, war 
ich total fertig, weil ich nicht mehr jeden Tag ins Fitnessstudio konnte und nicht mehr so 
schnell abnahm. Ich hatte so eine Angst wieder fett zu werden! Außerdem habe ich auch 
nicht mehr so bedacht gegessen, weil ich das nicht mehr aushielt. Ich bildete mir sofort ein 
wieder zugenommen zu haben, obwohl es nicht so war, ich ging immer noch dreimal die 
Woche ins Fitnessstudio. Aber es machte mir plötzlich keinen spaß mehr, wahrscheinlich, 
weil ich mich selbst so unter Druck gesetzt habe. und ich nahm 2 Kilo zu. 

Ich war am Boden zerstört und fing auf einmal an mein Essen wieder auszubrechen. Ich 
steckte mir den Finger in den Hals und holte alles wieder raus. Das schien mir die perfekte 
Lösung. vor allem, weil ich essen konnte, was ich wollte! Ich hatte also, wenn keiner da war, 
meine Fressattacken, erbrach dann, und dann aß ich was gesundes, weil ich ja wusste, 
dass gar nichts essen auch nicht gut ist. Anfangs war dieses Erbrechen nur eine Notlösung, 
aber nach einer Weile machte ich es täglich, vor allem, weil ich mich richtig gut fühlte, 
nachdem ich erbrochen hatte. Ich wurde zwar noch bleicher als sonst, meine Fingernägel 
brachen und mein Stoffwechsel funktionierte nicht richtig, außerdem ließ zu meiner 
Ver
wunderung meine Kondition nach, und ich bekam auf einmal einen stechenden 
Schmerz im Kopf, wenn ich mich zu sehr anstrengte, aber das verdrängte ich erfolgreich. 
Was mich jedoch auch wunderte war, dass ich trotzdem nicht abnahm. Ich nahm zwar 
nicht sonderlich zu, aber mein ziel zu meinem Idealgewicht erreichte ich auch nicht. 

Das machte mich innerlich natürlich nieder. Und mir wurde klar, dass ich süchtig geworden 
war.
Mir kam das Essen inzwischen von alleine hoch. ich versuchte aufzuhören, schaffte 
es aber natürlich nicht, weil ich gar nicht mehr normal essen konnte. Ich wurde nicht satt, 
ich fühlte mich entweder zum zerplatzen voll, oder noch hungrig, und das war ein Teufelskreis 
aus dem ich nicht mehr
heraus kam. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, ich habe 
mich nämlich sehr, sehr geschämt. Ich dachte, dass meine Mama sich über mich lustig 
machen würde, oder sehr sauer auf mich sein würde ... also schleppte ich alles in meinem 
Kopf herum und versank in Depressionen, dachte an nichts anderes mehr, als ans essen 
und wie schlimm mein Leben doch wäre und dass es sich für mich gar nicht mehr zu leben 
lohnt. Ich wachte morgens auf und mein erster Gedanke war, wie ich noch einen Tag 
überstehen sollte. Ich freute mich immer schlafen zu gehen und am liebsten wäre ich 
nie wieder aufgewacht und hätte nur in meinem schönen Traum gelebt ...ich dachte 
eigentlich jeden Tag an Selbstmord. Das schien mir für mich eine perfekte und wohltuend, 
befreiende Lösung zu sein. Aber das konnte ich meiner Mama nicht antun. Hätte ich 
alleine gelebt, hätte ich es ohne zu zögern getan. Ich wusste auch wie ich es tun würde .... 
aber meine Mama liebt mich, auch wenn es aus dem Kontext nicht so aussieht. sie liebt 
mich, das weiß ich, und sie würde nie wieder glücklich werden, wenn ich Selbstmord 
machen würde, und das konnte ich ihr nicht antun, dann hätte ich auch ihr Leben, 
was sowieso schon schwer genug ist, ruiniert. Ich entschloss mich aus endloser 
Verzweiflung dann ihr von meinem Problem zu erzählen, weil ich eingesehen hatte, 
dass ich da nicht alleine wieder raus kann. Ich hatte nämlich unzählige Versuche hinter mir, 
aber jeder Versuch ließ mich nur noch mehr verzweifeln und noch tiefer in mein großes, 
schwarzes L
och fallen. Ich schirmte mich auch von meinen Freunden ab, da ich nicht wollte, 
dass sie mich für verrückt halten. Meine Mama reagierte vorbildlich und nahm mir eine 
riesige Last von meinen Schultern. 

Ich hatte eigentlich schon alle Hoffnung auf eine Lösung aufgegeben, ich war so verzweifelt, 
wie man nur sein kann. Ich sah, wenn auch nur ein kleines, aber immerhin weißes Licht 
am Horizont meines Lebens. Sie verhielt sich ruhig und sagte, dass es für jedes Problem 
eine Lösung gäbe, in meinem fall eine Therapie. Ich war auf alle Fälle bereit eine Therapie 
zu machen, weil ich endlich wieder glücklich sein wollte. Also ging meine Mutter mit mir 
zum Arzt, dem ich meine Lage erklärte, und der mich zunächst zu einer Ernährungsberatung 
schickte, in der Hoffnung, dass diese vielleicht schon genüge. Diese Beratung war sehr, 
sehr teuer. das machte mir ein sehr schlechtes Gewissen, weil wir sowieso knapp bei 
Kasse gewesen waren und es immer noch sind. Auch wenn meine Mutter mir versicherte, 
dass ich mir darüber keine Gedanken machen sollte. mein schlechtes Gewissen wurde 
noch schwerer, weil ich merkte, wie das alles meiner Mutter zu herzen ging ... sie hatte 
schreckliche Angst um mich. und das machte mich fertig, weil ich meine Mama nicht leiden 
sehen kann. D
iese Beraterin, zu der ich einmal die Woche ging, klärte mich auf über eine 
gesunde Ernährung, wobei sie mir absolut nichts neues erzählte. Es kam mir sehr sinnlos vor. 
Ich wusste viel über richtige Ernährung, ich konnte es aber nicht umsetzen, weil ich immer 
Fressattacken hatte, und nicht satt werden konnte. Ich war krank, nicht dumm oder unwissend. 

M
an brauchte mir nicht sagen, dass Bratkartoffeln sehr viel Fett enthalten, oder was auch immer. 
Wenn sie dann anfing auf meine psychische Seite einzugehen, konnte ich mich schon öffnen, 
und es hat mir auch geholfen, sie hat auch mit meiner Mama geredet, und ich fühlte mich 
nach den Gesprächen ganz gut ...aber zu Hause ...ja, dann brach manchmal einfach wieder 
alles über mir zusammen und alle neu geschöpfte Hoffnung war weg. Das war aber nicht 
die Schuld der guten Frau, die mir helfen sollte ...ich glaube das Problem war einfach, 
dass sie und ich nicht den Kern meines Problems erfasst haben. Ich wusste ja selbst nicht, 
was es war, warum das alles so war. Wir haben über vieles gesprochen, und es tat auch gut, 
aber jetzt ....die Behandlung ist seit 8 Monaten vorbei ... und ich habe es nicht geschafft 
auf gesundem Wege abzunehmen, wobei sie mir ja auch helfen wollte. 

Ich habe es immerhin geschafft nicht mehr zu erbrechen, und ich habe auch wieder 
gelernt satt zu sein, worüber ich sehr, sehr froh bin, denn das war erstmal mein größtes 
und wichtigstes Anliegen ...wieder satt zu sein und nicht mehr zu brechen. Aber ich bin 
immer noch nicht glücklich. Ich habe manchmal immer noch Fressattacken und versuche 
diese wieder gut zu machen, indem ich eine extra große Portion Sport treibe, neben meinen 
regelmäßigen Sportstunden. Ich treibe Sport, mind. 3 mal die Woche, aber ich nehme nicht 
ab. Ich habe wieder zugenommen. Und das ist schlimm für mich. Sehr, sehr schlimm. Ich 
schaffe es nicht mich so zu ernähren, wie ich es sollte. I
ch mache auch kein autogenes 
Training mehr, und meine tägliche Rückengymnastik habe ich auch aufgegeben ...war alles 
umsonst??

Ich werde es meiner Mutter noch nicht sagen ... ich hege immer noch die Hoffnung 
wieder allein aus meiner Verzweiflung raus zu kommen ...immerhin habe ich keine Bulimie 
mehr ...obwohl mir mein Essen immer noch von alleine hochkommt ...geht das 
irgendwann weg?! Dabei ist das alles doch nicht so schwer! Ich weiß nicht warum ich 
immer aufgebe ...das schlimmste habe ich doch geschafft. Ich werde nie wieder zu 
dieser Beraterin gehen, die ist viel zu teuer. Ich brauche einen Psychologen, einen guten. 
Aber ich habe Angst, ich weiß nicht warum. Vielleicht davor, dass es nie so sein wird, 
wie ich es mir wünsche. Der Psychologe ist sozusagen meine letzte Hoffnung, wenn ich 
wirklich gar keine Hoffnung mehr habe, und wenn ich diese Möglichkeit ergriffen habe, 
und es doch nicht schaffe, dann ....ja, dann weiß ich nicht ...ich bin 17 und habe schon 
gar keine Lust mehr. 

Es tut mir leid, einige, die das lesen, wenn das überhaupt einer liest, werden über mich 
lachen und denken, dass diese Probleme geringfügig im vergleich zu anderen sind, 
aber sie machen mich nun mal trotzdem fertig. Und ich will meine Mutter nicht schon 
wieder runterziehen, jetzt wo sie denkt, es sei alles in Ordnung. Es würde ihr das Herz 
brechen. Deswegen bin ich hier. vielleicht kann mir hier jemand einen Ratschlag geben. 
Ich will zufrieden sein. Und bitte!, sagt mir nicht , dass ich mich akzeptieren soll! 
Das kann ich so nicht, außerdem muss ich auch aus gesundheitlichen Gründen abnehmen. 

Wenn das einer gelesen hat, dann danke ich dafür! Und wenn mir einer schreibt auch! 
Es hat auf jeden Fall gut getan, mal alles aufzuschreiben!



O. aus O. (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web

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Wie fühlte ich mich

Als ich krank wurde fühlte ich mich fett und hässlich. Ich wollte
nur noch abnehmen. 

Am Anfang fühlte ich mich gar nicht krank, bis ich
irgendwann zusammengebrochen bin. Mein Klassenlehrer merkte sofort, dass
irgendetwas nicht mit mir stimmt. S
o kam es, dass ich eine Therapie anfing,
aber abgebrochen habe. Eine Zeitlang war es mit dem essen besser, aber
heute ist es wieder total schlimm. 

I
ch möchte nur noch abnehmen und hab
überhaupt keinen Appetit.


Sabrina Stieg, Bayreuth
sabrinastieg@freenet.de

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Ich hielt mich immer für fett------jetzt bin ich´s wirklich!

Ich habe einige Beiträge von Euch gelesen und, ja, ich bin ehrlich
schockiert. Ich dachte: In was für einer Welt leben wir eigentlich? Sind
denn alle übergeschnappt? Das ist jetzt nicht böse gemeint. Aber es muß doch
mal ein Ende haben, mit diesem verdammten Schlankheitswahn!!

Ich mußte selber erst 40 kg zunehmen, bis ich das endlich mal begriffen
habe!
Ich hatte immer so plus/ minus Normalgewicht. 1,64cm groß, 64 Kilo schwer.
Klar, Modellmaße sind das natürlich nicht. Ich fühlte mich auch immer zu
dick.
Wenn mir Männer Komplimente machten, dachte ich: "das sagen die jetzt nur
aus Mitleid". Viele Unternehmungen hab ich vermieden, weil ich mich schämte.
Und natürlich hab ich immer wieder diätet und gehungert und verzichtet. Die
Folge davon? Kennt man ja: Ich wurde immer dicker. Als ich dann noch das
Rauchen aufhörte, brach auch noch die letzte Ess-Kontrolle zusammen.
Innerhalb eines Jahres nahm ich 30 kg zu.

Aber darum geht's gar nicht:

Vor zwei Wochen fand ich ein altes Fotoalbum, an das ich gar nicht mehr
gedacht hatte. Ich blätterte darin und konnte es kaum fassen. Selbst wenn es
sich jetzt eingebildet anhört: Aber verdammt noch mal, ich war ja richtig
hübsch! Weiblich, sexy, richtig attraktiv! Ich hatte ne richtige
Sanduhrenfigur und jetzt,  - jetzt, wo es fast zu spät ist - jetzt auf
einmal kann ich die Männer von damals verstehen! Logisch, daß die mit mir
knuddeln wollten! Meine Hüften waren rund, ja, aber dadurch kam meine Taille
erst richtig zur Geltung. (Leider ist sie nur auf vier, fünf Fotos richtig
zu sehen, weil ich immer meinte, mich unter weiten Schlabberpullis
verstecken zu müssen!

Das ist überhaupt das, was mich an den heutigen Supermodells stört: Sie
haben gar keine Taille mehr! Bei ihnen geht es grade runter!

Und noch was: Ich war dreimal in Afrika an einem Hilfsprojekt beteiligt. Und
ich habe Kinder gesehen, die geduldig für eine Kelle wässrige Suppe pro Tag
anstanden.
Ich werde nicht weiter darüber schreiben. Aber ich frage mich: Was zum
Teufel ist los mit dieser Welt?

K.M., Köln

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Wo bekomme ich Hilfe?

Hallo, ich habe seit ich 17 Jahre alt bin (heute 23) ein gestörtes Essverhalten. 
Bis ich 17 Jahre alt war hatte ich auch eine für mich gute Figur, doch dann 
nahm ich zu - 3 Kilo! 
Und da fing es an... Ich habe mich erst angestellt vor "Fremden" zu essen, 
habe heimlich aber um so mehr gegessen und so nahm ich weiter zu... 
Nach einer Zeit setzte mich meine Mutter auf "Zwangsdiät" und da kamen 
dann die ersten Essattacken mit Heißhungeranfällen, und dem schlechten 
Gewissen danach, aber ich habe das Essen nicht wieder raus gelassen und 
habe durch viel Sport (soviel bis Kalorien die ich zu mir genommen hab wieder 
verbrannt hab) und seit ich in meiner eigenen Wohnung lebe, ok etwas länger 
lasse ich fast all mein Essen wieder raus und habe richtig große Attacken... ich 
bekomme richtig schlechte Laune,
wenn ich diese Attacken nicht ausleben kann, 
weil z.B. mein Freund da ist... ist suche ausreden um Zeit für mich zu haben 
damit ich essen UND brechen kann....

Jetzt will ich aus diesem Kreislauf raus und möchte wieder mein "normales" 
Leben leben.. und weiß keinen Weg, ich habe das schon mehrmals mit 
eigenem Willen versucht -
aber das ging immer nach hinten los.

OMLET, Emden
omlet@weibsvolk.org

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Anorexie

Ich habe zum ersten mal diese Seite mit der Kampagne gesehen und fand
mich wieder. Ich (27)war 12 Jahre lang magersüchtig und habe zum Schluss,
mit 26 Jahren, bei einer Körpergröße von 1,76 m 45 kg gewogen.  Ich war so
stolz, dass ich in Kleider mit Kindergröße passte, ich war so stolz auf
meinen "Gläsernen Kör
per" und genoss das Gefühl, mich einfach
"aufzulösen", immer weniger zu werden. Frau sein wollte ich nie. Ich fand
Rundungen und Brüste, Po abstoßen und habe mich vor mir selbst unsäglich
geekelt. Ich wollte den Busen weghaben, keinen Hintern, Leute haben mich zwar
entsetzt angestarrt und sagten sofort: Die ist krank, aber ich fand das wie
im Rausch einfach wunderbar. Ich fand es toll sagen zu können, dass sogar
Groesse 34 noch zu groß für mich ist.

Zum Schluss bin ich immer öfter unterzuckert in Ohnmacht gefallen, ich habe
Leberschäden  davon getragen- aber irgend wie - ich weiß nicht wie - ich habe
Glück gehabt. Ich habe mich ganz langsam mit meinem Körper anfreunden
können und gesehen, dass er nicht mein Feind ist, sondern beschützenswert.
Ich habe Spaß am Essen bekommen, an der Zubereitung von Mahlzeiten. Ich fand
Essen immer so peinlich, ich konnte auch nicht vor anderen Leuten essen, ich
habe meinen Körp
er dafür gehasst, wenn er Hunger hatte, ich habe vor Wut mit
der Faust in den Magen geschlagen, damit er aufhört, zu knurren oder Hunger
zu haben.

Heute habe ich einen regelmäßigen Essplan, ich esse immer kleine Mahlzeiten,
aber dafür 5-6 mal am Tag und es schmeckt mir sogar. Ich kann es selbst
manchmal nicht glauben. Vor allem kann ich mein Gewicht nicht fassen. Ich
wiege 70kg!!!!!! Und ich habe eine Brust und einen Po bekommen. Was mich aber
am meisten wundert, ist, dass ich mich nicht mehr davor
ekle. Manchmal suche
ich den Ekel und versuche mich in frühere Zeiten zu versetzen, aber es ist
weg. Ich weiß nicht, ob das alleine durch meine Selbsthilfegruppe gekommen
ist, irgendwie hat sich diese Last aufgelöst und ich bin täglich dankbar
dafür. Ich wünsche allen, die Anorexie haben (natürlich auch allen anderen
Essgestörten), dass Sie gesund werden können, deshalb finde ich diese
Kampagne so wichtig. Es erinnert mich an mein eigenes Aussehen , wenn ich
heute meine Photos sehe, dann finde ich es nur noch krank und der ganze
Wahnsinn um Gewicht und Diäten und Models mit Groesse 34, was als Ideal
gesehen wird, das macht mich unglaublich wütend. In meinen Augen sind das
heute keine Frauen mehr, so sieht keine Frau aus- das sind Kinderköper.

Gratulation für diese Homepage!

S. Westermann, Bonn

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Lernt euch zu akzeptieren...!!!

Mein Name ist Nadine. Ich wohne in Oranienburg. Das ist in der Nähe von Berlin. 

Ich werde dieses Jahr 20 Jahre alt und mittlerweile ist es mein 4. Jahr, wo ich mit meiner 
Magersucht zu kämpfen habe. Es ist ein neuer Kampf Tag für Tag. Und ich bin Tag für Tag 
erneut der Verlierer. Wenn ich mir eins wünschen könnte, würde ich mir wünschen, niemals 
in dieses Loch gerutscht zu sein, wo ich nun allein nicht mehr heraus komme. Ich war bereits 
in einer Psychiatrie und danach folgten Psychologenbesuche. Nun stehe ich da, wo ich vor 
dem Ganzen auch schon stand. Weitergekommen bin ich nicht. Eher zurückgefallen. Ich würde 
gern wie meine Mutter sein. Sie ist Bulemikerin, schon viele Jahre lang. Hat eine Menge 
Therapien hinter sich und hat vergangenes Jahr eine gemacht, die ihr geholfen haben mit ihrer 
Bulemie umzugehen. ich bewundere sie für ihre Stärke. Sie hat es geschafft. Und ich bin stolz.
 
Gern würde ich so etwas auch über mich sagen können, kann ich aber leider nicht, weil das 
nicht der Fall ist. Werde ich irgendwann sterben? Oder werde ich irgendwann anfangen zu leben? 
Wer kann mir diese Frage beantworten?...Ich kann nur allen Mädchen bzw. Frauen da draußen 
sagen, bitte tut alles, um nicht da hinzukommen, wo ich mich befinde. Es ist die Hölle und 
dieses Leben wünsche ich Keinem. Lernt euch zu akzeptieren...!!!

Nadine Lehmann, Oranienburg
pimboli85@web.de

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Meine Klinikerfahrung in Bad Pyrmont

Ich war 2000 in der Psychosomatischen Fachklinik in Bad Pyrmont wegen
Magersucht. Von dieser Klinik kann ich nur abraten. Sicher hat diese Klinik eine
gute Prozentzahl an geheilten Fällen und das nicht ohne Grund. Ich hab es noch
nie in meinem Leben erfahren,
dass man einen Menschen so einengen, einsperren
kann, ihm die Freiheit nimmt, nur damit er anfängt zu Essen, bzw. sich aus
Angst das Essen reinstopft. 


Die Regeln sind mehr als hart. Es gibt Bestrafungen, wo man nur eine Stunde pro 
Tag an die Luft darf, oder noch schlimmer sich 1 ganze Woche lang nur auf der 
Etage wo man wohnt aufhält. Nicht die Etage verlassen darf,
dass Essen vor die Tür 
gestellt bekommt bis man zugenommen hat.

Noch schlimmer fand ich: Aufgrund der Mengen die man essen musste und auch halt
fetthaltige Sachen kam es vor, dass
einige an Magen-Darm Infektionen litten
und Durchfall hatten und somit auch Gewicht verloren. Das war für die
Therapeuten kein Grund schonender mit diesen Menschen umzugehen. Man sollte brechen
(aus Krankheitsgründen) und gleich wieder essen oder es ging in den Arrest.
Ich habe gut zugenommen, weil ich es auch wollte. aber ich hab aus Angst
gegessen, Unmengen in mich reingestopft,
dass meine Familie schon gesagt hat, dass so
ein Essverhalten wie man es da lernt, nicht normal sein kann. Es wurde
überhaupt nicht dem normalen Alltag, den man nach dem Klinikaufenthalt hat
eingegangen. Ich habe im normalen Leben nicht 1 Stunde Frühstückspause und kann alle
halbe Stunde essen. 

Nach diesem Klinikaufenthalt habe ich dann meine Psychotherapeutin aufgesucht, 
die mich erst mal wieder gerade biegen musste. Sie war total erschrocken über die 
Maßnahmen in Bad Pyrmont. Nur Dank meiner Psychotherapeutin habe ich es 
geschafft in meinem Alltag ein normales Essverhalten zu bekommen und bin auch 
glücklich mit meinem Gewicht. 


Aus meiner damaligen Kurgruppe hat es keiner geschafft. viele hatten noch mehr 
Probleme- auch ich kam daheim überhaupt nicht klar. Es hat damals jeden von 
uns kaputt gemacht und keiner wollte mehr in so eine Klinik. Einige hat das auch 
abgeschreckt überhaupt noch mal eine Therapie zu machen. Diese Klinik in 
Bad Pyrmont ist aus meiner Sicht menschenunwürdig! Sie macht noch mehr 
kaputt und isoliert einen essgestörten Patienten noch mehr! Ich weiß
dass es Regeln 
und Verbote geben muss, wenn man gesund werden will, aber ich hab soviel 
Kliniken im Fernsehen gesehen,
dass ich jetzt weiß, was gute Kliniken sind.


I. D. Braunschweig (Kontaktaufnahme ist nur über die Redaktion essstoerungen@web möglich) 

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Eine richtige Essstörung hab ich wohl nicht, ...?

Also wie fang ich an... Eine richtige Essstörung hab ich wohl nicht. Ich kann nur mein 
Essverhalten absolut nicht kontrollieren. D.h. entweder ich esse gar nichts oder alles was 
ich finden kann. Angefangen hat das alles vor ca. drei Jahren. 

Nach dem Urlaub hab ich mich auf den Fotos zu fett gefunden, wollte abnehmen. Im 
Grunde gab's da aber nichts zum abnehmen, ich hab aber trotzdem versucht so wenig 
wie möglich zu essen. Die ersten Fressanfälle kamen nach ca. einem Monat, wobei sie 
damals im Vergleich zu jetzt noch gering ausfielen. Und ich hatte es noch unter Kontrolle, 
d.h. wenn ich einmal zu viel gegessen hatte dann konnte ich am nächsten Tag noch normal 
essen und war nicht total verzweifelt. Dann kamen die Sommerferien und eine gute Freundin 
kam mich besuchen. Wir sind nach Italien gefahren und da fing e
s an, ich konnte mich nicht 
mehr bremsen hab nur noch ans Essen gedacht und wollte auch nicht mehr an den Strand. 
Wieder daheim hab ich die nächsten vier Wochen mit meiner Freundin (so der Typ spargeldürr 
und kann essen so viel sie will ohne zuzunehmen) essend auf der Couch verbracht und so 10 Kilo
zugenommen. Als sie dann wieder weg war, musste ich ja alles wieder runterkriegen. Ich hab 
in meine ganzen Sachen nicht mehr reingepasst. Aber bis Schulanfang hab ich's nicht geschafft. 
Und seitdem ist das alles ein auf und ab. Es gibt Phasen, in denen esse ich "gut" und da geht's 
mir ok, und dann die - deutlich längeren Phasen -
in denen ich alles in mich reinstopfe und 
mich elend fühle. 

Ich will mal noch von diesem Jahr erzählen, weil es jetzt für mich aktuell ist. Genau am 
ersten März hab ich mit einer von mir Saftdiät genannten Hungerkur angefangen, d.h. 
morgens und abends ein Glas Saft, sonst nur Wasser&Tee. Erstaunlicherweise hab ich 
das ganze vier Wochen durchgehalten und da schon die ersten Komplimente erhalten. 
Meine Mutter meinte dann ich sollte wieder anfangen zu essen und das hab ich dann die 
nächsten vier Wochen so gemacht: Morgens halbe Wassermelone, abends
Kartoffelsuppe. 
Beides hat mir geschmeckt, ich hab's gut durchgehalten, hab abgenommen - klar, aber satt 
war ich nie. Nach den Osterferien dann war ich sooo überglücklich: Seit drei Jahren hab ich 
wieder in meine 36-Sachen gepasst. Ich hab den ganzen Tag Klamotten vor dem Spiegel 
anprobiert, geheult vor Glück.  In der Schule haben mich viele drauf angesprochen, ich 
fand mich nur noch schön. 

Aber natürlich hat das nicht lang angehalten. Freitags weggehen, danach noch zu 
MacDonalds. ..ok, das ging gut, ca. 3 Wochen. Nach meinen sog. geplanten Fressattacken 
kamen die unkontrollierbaren, und die wurden immer mehr. Langsam passten die schönen 
Sachen nicht mehr so gut. Und wenn ich aufgewacht bin war nur ein Gedanke: ESSEN!!!! 
Schlimm war's dann in den Pfingstferien. Bis ca. 3 Uhr hat ich alle zeit der Welt um zu 
essen und die hab ich genutzt. Ich wohn direkt neben einem
Supermarkt. Und jeden 
Abend nahm ich mir zum Vorsatz: Ab Morgen isst du halt dann nix mehr. Damit es 
sich dann auch lohnt, hab ich an meinem "Esstag" noch mal extra viel gegessen, meist 
noch spät nachts, damit meine Familie es nicht merkt, denn für sie wollte ich ja willensstark 
scheinen. Ich hab dann aber doch die ganzen zwei Wochen durchgefressen, und weil ich 
dann zu dick war, bin ich die nächste Woche nicht zur Schule, hab meiner Mutter gesagt 
ich hätte eine Magenverstimmung, hab ihr gesagt ich wäre beim Arzt gewesen. Nach einer 
Woche nichts essen ging's mir wieder besser, aber schon nach dem ersten Tag wieder in 
der Schule fing ich daheim wieder an zu essen, geheim, denn vor meiner Mutter hab ich 
mich ja strikt geweigert zu essen. 

Die Woche drauf war Klassenfahrt, ich hatte zugenommen. Aber zum ersten Mal seit 
langem hab ich mich nicht andauernd mit Essen beschäftigt. Wir mussten früh raus, 
zusammen essen und sind den ganzen Tag unterwegs gewesen. Wieder daheim wollte 
ch nix mehr essen, hab meiner Mutter erzählt ich hätte Probleme mit dem essen und 
war auch wirklich beim Arzt. Ich wollte die letzten zwei Wochen nicht mehr zur Schule 
gehen. Meine Mutter fand es
nicht gut, hat mich aber nicht dran gehindert. Mein Vater 
allerdings schon, also bin ich weg, hab mich für eine Nacht in der Jugendherberge eingemietet- 
mit einem Berg von Essen. Bin aber dann wieder heim. Mittlerweile mach ich eine Therapie. 
Es ist o.k., nur ich kann mir nicht vorstellen das es was bringt. Außerdem ändert das meiner 
Meinung nach nichts an meinem Problem: Ich bin zu fett!!!!! Ich denk ständig daran wie 
schön dünn ich war, wie glücklich! Und ich weiß dass ich sicher nicht mehr in meine 
schönen Klamotten passe, das Problem ist nur, dass ich die andern Sachen in den Müll 
befördert hab! Meine Mutter meint, sie unterstützt mich, ich soll mit ihr reden, aber wenn 
ich dann zu ihr sag, ich hab schon wieder so viel gegessen, dann lacht sie nur und meint, 
das ist doch gut. 

Ich glaub nicht, dass sie versteht wie ernst mir das alles ist.24 stunden am Tag denk ich 
ans Essen, ich denk oft an Selbstmord und ich bin mir sicher, dass ich's machen würde, 
wenn's eine leichte Methode gäbe. Ich fang oft einfach an zu heulen und kann nicht mehr 
aufhören, wenn ich dran denk wie schön alles sein könnte. aber dann denk ich wieder dran, 
wie alles momentan ist und dass ich es nie schaffe wieder normal zu essen, an was anderes 
zu denken als ans Essen. Und manchmal versuch ich mir vorzustellen wie es war, als ich 
noch normal essen konnte. D
as kann ich aber nicht! Konnte ich das mal? Unvorstellbar! 
Wie schaffen es die andern, aufzuhören zu essen, wo es doch noch so viel zu essen gäbe? 
Satt, na und? Da ist noch Kuchen und Schokolade.... und dann fang ich an an alles zu 
denken was ich noch essen kann. Am schönsten ist es, wenn ich weiß ich bin für die 
nächsten paar Stunden allein. dann schau ich erst mal überall nach was wir da haben, 
und dann geht's los. Ich esse alles durcheinander, den ganzen Kühlschrank leer, und ab 
morgen esse ich dann eben nix! Genauso war's erst gestern: Meine Schwester in der Arbeit, 
die andere beim Friseur, und genau da hatten meine Eltern gesagt sie würden radeln gehen. 
Um 5 Uhr, o.k. E
s ist 5 und sie sitzen immer noch auf der Terasse und dann wurde ich 
total sauer, warum fahren sie jetzt nicht? Ich hatte mich so gefreut, schon alles geplant 
und dann, endlich, aber dann kam auch schon meine Schwester wieder. ich war so 
wütend, verzweifelt, hab innerlich gekocht. Aber wie soll ich das den andern erklären?? 
Heimlich hab ich dann vom Supermarkt eine Tafel Schokolade in einer Zeitung 
heimgeschmuggelt. Aber das war so unbefriedigend, wo ich doch so viel essen wollte. 
Heute hab ich auch schon gegessen aber nicht viel, weil meine Familie ständig da ist, 
als ob sie das Essen bewacht, mein Essen!! I
ch will aber noch viel essen heute und 
hoffe dass ein guter Zeitpunkt kommt, wo ich das kann. Und mein Plan: A
b morgen 
esse ich halt dann nix mehr!! Ich frag mich echt ob ich irgendwann mal wieder 
normal essen kann, aufhören wenn ich satt bin, mich mögen, nicht jeden Abend 
verzweifelt einschlafen muss.... Ich will meine Email-Adresse
nicht veröffentlichen, 
aber wenn's euch ähnlich geht, dann würde ich mich freuen wenn ihr mir schreibt, 
denn ich kenne niemanden der e
s versteht, dass es mir echt dreckig geht. 

Vielleichtgeht das ja, über die Redaktion! Ich fände es gut mit jemandem darüber zu reden, 
der weiß wie das ist, denn selbst die Therapeutin weiß das ja nun nicht. Ich schreib 
auch bestimmt zurück, danke & hoffentlich hab ich euch nicht gelangweilt ;-) !!

 


Linda aus München (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web

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Bitte helft mir !

Also ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vor etwa 2 Monaten fand ich 
mich auf einmal viel zu fett! Alle Freunde Familie etc. sagen immer ich wäre 
schlank und genau richtig so, aber ich kann das nicht annehmen ich fühle 
mich einfach fett. Ich bin etwa 1.70 groß und wiege 50kg.Ich schaffe es gut 
Diät zu halten nur wenn ich einmal anfange zu essen höre ich nicht mehr auf. 
Ich stopfe mich voll bis ich fast von selber kotze. Aber im Endeffekt schaffe 
ich das  nie. Ich kann mich nicht dazu überwinden. Die Hemmschwelle ist einfach 
zu groß! Heute gehe ich erst mal und kaufe mir Abführmittel. Dann kann ich eventuelle 
Fressattacken ausgleichen oder hoffe es so zu können. Aber ich hoffe ich kriege keine mehr. 
Ich will mich beherrschen. Oh man mir geht es so schlecht dabei. Ich sehe alle 
Leute um mich essen die teilweise viel dicker sind und ich hungere. Aber ich kann 
nicht mehr anders. Ich will so gerne abnehmen. Nach den Ferien gehe ich dann wieder 
zum Krafttraining und Fitness. Das hilft hoffentlich auch. Ist hier jemand dem es auch 
so geht. 

Bitte schreibt mir und helft mir. Ich kann nicht mehr!!!


S. aus D.

pumpkinpie87@web.de

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Kein Anfang auszumachen, kein Ende in Sicht

Tja, wo soll ich anfangen... Momentan sitze ich morgens und Abends weinend 
im Auto, bin froh,
dass ich überhaupt weinen kann.

Wo alles losging, weiß ich nicht. Meine Mutter hat mich nicht gemocht, hat mich 
attackiert wann immer sie konnte. Mein Vater war nicht interessiert an mir und hat 
meiner Mutter alles nachgeplappert, weil er ein Feigling ist. Sie haben mich beide 
entweder ignoriert, auf mir herumgehackt oder mich aus schlechtem Gewissen 
mit Essen voll gestopft.

Als ich in die Pubertät kam, nahm mein Körper die Formen meiner Mutter an. 
Ich bekam meine Tage mit irrsinnigen Schmerzen. Die Erwartung, erwachsen zu 
werden und Kinder zu kriegen stürzte auf mich ein. Ich wollte mich dem allen 
entziehen und aß nichts mehr, bis ich bei einer Größe von 172cm noch 43 kg wog. 
Ich fand mich immer noch fett. Mein Vater zwang mich eines Tages, eine Spargelsuppe 
zu essen, das war´s dann mit Magersucht.

Danach kam die Ess- und Arbeitssucht. Der Gewichtszunahme wirkte ich mit 
extremem Sport entgegen, meinem Kummer mit extremer Studiererei. Ich war 
sehr erfolgreich aber meine Seele war nach 8 Jahren schließlich so gespannt,
dass sie riss.

Ich bekam eine Krebserkrankung, konnte keinen Sport mehr machen und auch 
nicht arbeiten, wurde mit der Gewichtszunahme und meinen tief in mir vergrabenen 
Gefühlen konfrontiert und brach zusammen. Ich bekam so extreme Depressionen 
und Angstzustände,
dass es mich fast das Leben gekostet hätte.
Vier Jahre bin ich jetzt in Therapie und kann wieder 6 Stunden am Tag arbeiten. Die 
Angst ist nicht weg, aber ich kann damit umgehen. Dennoch quält sie mich sehr. Seit 
einer Woche habe ich herausgefunden (jetzt erst!),
dass ich Esssucht habe und überhaupt 
ein ausgeprägtes Suchtverhalten in allen Variationen an den Tag lege. Es ist 
Ersatzbefriedigung und Linderung für alles, was in mir wehtut. Ich stehe vor dem 
Spiegel, dick wie ich bin, denke an meine Eltern und kann nicht einmal Wut empfinden.

Ich bin beziehungsunfähig, habe keinen Partner (aber ich habe liebe Freunde, das ist 
viel wichtiger, O.K.), hasse Kinder, habe immer noch so gut wie keine Selbstachtung, 
mein Körper ist nicht meiner und ich bin schon 31 Jahre alt. Ich weiß nicht, wann das 
alles vorbei sein soll. Ich habe keine Lust mehr.

Wenn es ein nächstes Leben gibt und ich als Mensch geboren werde, so möchte ich 
gerne bei Eltern aufwachsen, die mich ehrlich lieben. Ich mag nicht immer nur am 
Rand der Gesellschaft stehen und zusehen, während meine Seele mich quält. Ich 
will so nicht mehr, aber es bleibt mir nichts übrig. Ich werde weiterkämpfen und 
mich morgen zusätzlich an eine Selbsthilfegruppe wenden. Ich gebe nicht auf, vielleicht 
tut es momentan auch nur so weh, weil ich die Zusammenhänge erkenne, mich selbst 
und mein Leben so sehe, wie wir sind.


Andrea, Hamburg

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Von Zwangsernährung zur Fresssucht

Thomas aus zürich,du sprichst mir aus der Seele!!!!!!!
WER WEIß RAT....WER HAT HILFE??? 
ICH BRAUCHE EUCH

Katja, Alsbach
kitekatja@hotmail.com

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Hallo! Mein Name ist Mario... the biggest Mario of the world!

Vor ein paar Jahren überkam mich auf einmal der Wunsch danach, meine
Lebensgeschichte aufschreiben zu wollen.

Schon von Kleinkind an habe ich mit der/meiner Fresssucht zu tun. Das baute
so nach und nach extreme Angst vor den Eltern auf. Rückzug war die Folge.
Auf den Rückzug und mehr essen folgte massiveres Kontrollverhalten meiner
Eltern. Ich reagierte dementsprechend... Womit? Na klar, mit fressen! Als
alles nichts mehr half, nahm ich die Spielsucht mit dazu. Süchtiger
Automatenspieler nennt man das. Und es machte "Wumms!"... Die Kontrolle
eskalierte... meine Fresserei auch! Klinikaufenthalte folgten. Dann
Selbsthilfegruppe und Therapie. Dauerhaft keine Erlösung in Sicht.
Arbeitslosigkeit. Ich kapitulierte... und fraß mich halb tot. 5 Jahre
Lebenserwartung war die Diagnose eines Arztes. Operieren ging nicht, würde
die Narkose nicht überleben.
Mit dem Beginn des Schreibens an meiner Lebensgeschichte und dem Bruch zu
meinen Eltern begann ein anderer Weg... aber meine Fresssucht blieb...
selbstverständlich.
Anfang letzten Jahres dann eine Wende... klein, zaghaft... Mit Beginn einer
Weiterbildung im Computerbereich musste ich mein Fressverhalten notgedrungen
ändern... anders gestalten... sonst würde ich die Weiterbildung, meine
"letzte Chance" nie schaffen. "Meine Welt"... Computer, Internet, nette
Leute um mich herum, Anerkennung und "Mario, wie geht das? Kommst du auch
mal bei mir gucken!" ...kurzum Geborgenheit.
Meine Fresssucht aber blieb... doch mein Essverhalten änderte sich. Nur noch
Obst, Gemüse, Kartoffeln, Joghurt... und ich nahm ab. Fraß jetzt Weißkohl
und Dicke Bohnen... bis ich mich Anfang dieses Jahres fast "halbierte".
Erste Besuche bei meinen Eltern...
Ende der Weiterbildung... zuhause weiter lernen... "Suchtspiele" mit Nudeln
und Reis... und Öl, Nüssen und Mandeln... Negatives Gespräch auf dem
Arbeitsamt! Unausgesprochener Druck von meinen Eltern... und Nudeln und Reis
fressen in Unmengen... "Hallo Fresssucht! Willkommen daheim!"
Nun stehe ich wieder da... und frage mich, ob ich einen neuen Anfang/Weg
finde?! Vielleicht ist es die Veröffentlichung meiner Lebensgeschichte im
Internet unter http://www.marioms.de.
Komm mich doch mal besuchen. Danke.


Mario, Bonn
info@marioms.de

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Doch was wenn ich gar nicht möchte?

Ich möchte meinen richtigen Namen nicht nehmen und nenne mich einfach
einmal Nadine. Vor 3 Jahren hat alles angefangen. Ich habe mich schon lange
nicht mehr wohl in meiner Haut gefühlt, doch nun wollte ich es ändern. Ich
wusste bloß nicht wie, es musste einfach so schnell wie möglich passieren.
Ich hatte keine
Lust mehr immer Angst vor meinem eigenen Spiegelbild zu haben.
Zuerst habe ich es sogar mit Sport versucht, ich nahm bis zu einer gewissen
Menge ab, doch auf ein mal bremste es. Ich war verzweifelt und überlegte mir
nur noch wie ich es doch schaffen könnte noch mehr abzunehmen. 

Da kam ich durch eine Freundin auf die Idee nach dem Essen zu brechen. Wir 
waren da vor zwei Jahren im selben Heim. Also versuchte ich es auf dise Art. 
Es klappte sogar. Und ich war bloß noch erstaunt und glücklich darüber. Dann 
nach einer gewissen Zeit, habe ich mich total eingehüllt, ich lebte in meiner eigenen
kleinen zusammengestellten Welt. Ich schirmte mich total ab vom Rest der Welt. Für
mich zählte nur noch das Abnehmen. Nach einer Zeit in der ich sehr intensiv
und regelmäßig an dieser Essstörung litt, fing mir an der Hals von den ewigen
Säuren weh zu tun. Am Anfang war es für mich nach dem Erbrechen immer ein
schönes leeres Gefühl. Doch mit der Zeit ging es mir immer schlechter. Auf
einmal erfuhr ein Heimleiter durch ein Missgeschick von mir das ich unter dieser
Essstörung leide. Danach erfuhr es meine Mutter. Das war für mich sehr
schlimm, da ich meiner Mutter
keine Sorgen bereiten wollte. Ich denke aufhören kann
man nie ganz damit. Hat jemand einmal damit angefangen und war schon sehr
weit drin, kommt "er" nie mehr ganz da raus. Ich denke es gibt immer wider
Rückfälle. Ich habe meiner Mutter gesagt ich habe aufgehört. Doch ich habe nie damit
aufgehört. Seit einem halben Jahr bin ich aus dem Heim gekommen und habe
die Lehre begonnen, Ich habe in dieser Zeitspanne über 10 Kg abgenommen, da ich
wider voll drin bin. Ich mache das seit einem halben Jahr wieder sehr oft.

Immer wenn mein Freund bei mir ist esse ich nichts, so wie den Tag durch wenn ich
arbeite esse ich bis am Abend nichts. Wenn ich weiß ich habe am Abend Zeit,
dann esse ich alles in mich hinein und gehe dann auf das Klo, selten zu Hause.
Wenn ich keine
Zeit habe da mein Freund kommt, esse ich nichts. Ich fühle
mich noch immer nicht wohl in meiner Haut. Ich habe Angst alles zu verlieren
was ich noch habe. Ich würde jedem empfehlen nie damit anzufangen, denn ist
man erst mal drin endet es nicht mehr. Man kann sehr schnell alle Freunde durch dieses 
Essverhalten verlieren. Am Ende ist man nur noch alleine. Ich würde gerne schreiben 
was man gegen dieses Essverhalten machen kann, doch ich denke das liegt beim ersten 
Schritt bei der Person die die
Essstörung hat. Wenn ich wirklich wollte könnte ich
wahrscheinlich damit aufhören. Doch was wenn ich gar nicht möchte??

Nadine, 18 Jahre, Schweiz

eMail vom 28.08.2002:

Ich habe den Leserbrief mit dem erfundenen Namen Nadine, Schweiz geschrieben.
Zuerst wollte ich nicht, dass mein wirklicher Name veröffentlicht wird. Doch
nach langer Überlegung möchte ich den anderen eine Hilfe sein. Ich
veröffentliche meine E-Mail Adresse für all die Menschen die Fragen haben oder Hilfe
brauchen. Z.B.: Selbstbetroffene, deren Freunde, Familie, usw. Ich möchte einfach
versuchen ihnen zu sagen warum und weshalb es so ist. Ich hoffe ich kann helfen

Ramona H.
RamonaH@gmx.ch

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Von Magersucht zur Fresssucht

Vor ungefähr einem halben Jahr begannen meine Essstörungen, als ich das erste Mal 
das ernsthafte Bedürfnis danach hatte abzunehmen. Damals war ich noch 16. Ich war 
schon immer dünn gewesen und wurde deshalb schon im Kindergarten deswegen gehänselt. 
Mit der Pubertät allerdings begann ich zuzunehmen und kräftiger zu werden. Ich nahm jedoch 
nie wie die anderen Mädchen an Schenkel, Po und Busen zu, sondern nahm immer nur am 
Bauch zu und nur geringfügig am Busen. Irgendwann wirkte ich dann unförmig. Ich war zwar 
nicht dick, oder mollig, einfach nur figurlos. Dann, im Herbst vorletzten Jahres beschloss ich 
bis zu einem bestimmten Termin meinen Bauch loszuwerden, um fraulicher zu wirken. Ich hatte 
bisher noch nie einen Freund, und hoffte dadurch attraktiver zu wirken.

Im Verlauf dieser Diät stellte ich fest, dass ich ohne Bauch einfach besser aussah und die 
Abnehmerei mir half, Kontrolle über mich zu gewinnen, was mir eine Art Sicherheit zu sein schien. 
Doch als ich bis zu dem Termin eine super Figur hatte, bekam ich Angst wieder zuzunehmen und 
aß automatisch immer weniger und weniger so dass ich weiter abnahm. Irgendwann merkte ich 
dann auch, dass ich mich immer schwächer fühlt und immer kraftloser wurde. Diese Symptome 
schob ich dann auf die Frühjahrsmüdigkeit und erhoffte mir durch Sport und weiteres Abnehmen 
mich fitter zu fühlen. Irgendwann, um die Zeit der Osterferien herum begann dann meine Mutter 
sich Sorgen zu machen. Auch manche Lehrer sprachen mich auf meinen rapiden Gewichtsverlust an. 
Ich habe es zu diesem Zeitpunkt immer verneint und meinte, dass ich selber nichts gemerkt hätte und 
ich schon immer so dünn gewesen sei.

Meinen Gewichtstiefpunkt erreichte ich Ende der Sommerferien mit 41,2 kg bei 1,70m. Damals 
spürte ich schon, dass meine Nieren immer schwerer arbeiteten und mein Herz auffallend langsam 
schlug, so dass ich anfing manchmal eine Scheibe Brot oder einen Apfel mehr zu essen, weil ich 
befürchtete am nächsten Morgen tot im Bett zu liegen. Doch damit machte ich schon den ersten 
Schritt in Richtung Fresssucht. Langsam aß ich immer mehr, mein Hungergefühl geriet mehr und 
mehr außer Kontrolle, ich verwechselte Hunger mit Durst und aß teilweise bis mein Bauch so voll 
war, dass ich mich nicht mehr bücken konnte. Ich nahm automatisch zu und wurde immer "dicker". 
Ich bemerkte aber auch, dass viele Jungs sich weniger für mich interessierten. Das mag jetzt 
vielleicht komisch klingen, aber Jungs sind in dieser Beziehung laut meinen Beobachtungen echt 
pervers: Ich war so dürr, dass ich ekelerregend aussah, und zu dieser Zeit hatte ich so viel Verehrer 
wie noch nie in meinem Leben. Und es waren echt hübsche Jungs mit dabei, die wirklich hübschere 
Mädels hätten haben können!

Nach einiger Zeit fing mein Darm mit den Unmengen von Essen, die ich zu mir nahm nicht mehr 
fertig zu werden und ich bekam Verdauungsstörungen: Selten Stuhlgang, viel Blähungen mit
übelster Geruchsentwicklung. Es war mir richtig peinlich. Aber nachts gingen die Fressattacken wieder 
von vorne los. Wenn ich dann endlich nachts im Bett liege bereue ich alles und würde am liebsten 
alles wieder rauskotzen. Leider geht das bei meiner körperlich Veranlagung nicht, so dass ich 
schon oft zu Abführtropfen griff.

Im Resümé kann ich noch nicht einmal sagen, was besser ist: Mager- oder Fresssucht. Nur 
eines kann ich sagen: Lieber dürr als Gewissensbisse und Verdauungsprobleme.
Heute hatte ich wieder eine solche Fressattacke, weswegen ich auch gerade nach Hilfe aus 
dem Internet suchte, als ich auf diese Seite hier stieß. Ich hoffe mit meinem Beitrag das Spektrum 
anderer etwas zu erweitern, die nicht wissen, was alles nach Magersucht folgen kann, und was falsche "Therapieansätze" alles für folgen haben können.

Karla, Stuttgart

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Morgen wird alles gut

Zurzeit bin ich völlig verzweifelt, ja eigentlich schon seit 6 Monaten.
Ich leide unter Essattacken, die nie zu enden scheinen. Sie beginnen mitten
in der Nacht (nur eine Kleinigkeit essen), was dann in höllische Mengen
umartet. Und kaum ist es mir wieder wohl, so beginne ich von neuem zu essen.
Fast jeden Tag esse ich an die 10'000 kcal, was ich mit extremen Überdosen
von Laxantien (40 Tabletten anstatt 1 Tablette) zu kompensieren versuche. 
Anfänglich  zeigten diese auch noch Wirkung, jetzt nur noch minimal. Doch 
auch wenn die Wirkung eintrat war ich nicht glücklich (Bei den extremen 
Schmerzen und Kreislaufstörungen nahm ich mir vor am nächsten Tag normal 
zu essen). Aber bis zum jetzigen Zeitpunkt ist es mir nicht gelungen. Körperlich 
fühle ich mich fett und als völliges Wrack.

Und niemand schenkt mir Glauben:
Da ich bis vor kurzer Zeit 30 bis 25% untergewichtig war, bin ich noch nicht 
übergewichtig (BdM - Index: 23). Ja, alle Leute sind froh, wenn ich esse 
("Erinnere dich, als du im Spital an der Sonde warst, da sahst du schlimm aus",
"Jeder isst mal zu viel", "du bist im Wachstum und brauchst Energie", etc)
Wenn ich zugebe Abführmittel genommen zu haben ( welche mich in den finanziellen 
Ruin treiben (alles Ersparte allmählich aufgebraucht)), reagieren meine Eltern wütend, 
ratlos oder traurig. Auf meine Bitte mich zu unterstützen höre ich immer "Du bekommst 
Unterstützung von aller Seite!" oder "Welche Therapie sollen wir jetzt noch zusätzlich 
finanzieren?" oder "Wir sind allmählich finanziell am Ende!"
Da ich das Gefühl habe in den Therapien nichts mehr zu erreichen, hoffe ich mit einem 
Info- Austausch mir Linderung zu verschaffen, denn ich will die Esssucht loswerden 
und gleichzeitig nie mehr magersüchtig sein.
Ich wäre der Redaktion sehr verbunden, wenn sie mich mit den Personen der Beiträge 
"Keiner hilft mir" und "maßloses Essen" in Verbindung setzten könnte, denn auch ich 
gebe meine E-Mail Adresse nicht gerne preis.


Thomas, Zürich   (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web

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Mein Leben wird wohl von allen drei Formen der Essstörung beherrscht

Ich würde mich gern mal aussprechen, da ich momentan einfach nur
verzweifelt bin und nicht mehr weiß mit wem ich darüber sprechen soll. Ich
hoffe es hilft mir und ich hoffe es gibt andere Menschen die mich nicht für
verrückt halten.
Alles hat eigentlich schon mit meiner Geburt angefangen, bei der ich recht
klein und sehr leicht war (von drei Kindern war ich die Kleinste und
Leichteste). Ich bin eigentlich auch immer so leicht geblieben, ja, sogar
Untergewichtig... Und ich habe regelrecht gefressen. Bevor ich dann in die
Schule kam musste ich mich einer Mandeloperation unterziehen. Da niemand so
recht darauf geachtet hat wie ich esse habe ich genauso weiter "gefressen"
wie davor auch. Das war das aller Schlimmste. Ich ging auseinander wie ein
Hefekuchen, in der Schule wurde ich gehänselt und das nicht zu knapp. Aber
ich konnte nichts dagegen unternehmen. Damals wusste ich ja auch noch nicht
wie das alles mein ganzes Leben kontrollieren wird. Als ich dann 14 Jahre
alt war lernte ich meinen 1. festen Freund kennen. Er schien mich wohl so zu
akzeptieren wie ich war, aber ich konnte das nicht mehr. Ich fing an Drogen
zu nehmen um schlafen zu können statt ans Essen oder Nichtessen zu denken. 
Über diese Tour habe ich irgendwann gar nichts mehr gegessen, Hunger mit
Zigaretten und Drogen überspielt. Da ich scheinbar zu hübsch wurde für
meinen Freund hat er angefangen mich so richtig zu demütigen. Damit hat er
aber alles noch schlimmer gemacht. Nach 3 1/2 Jahren mit ihm war ich ganz am
Ende. Ich habe das gemerkt, allerdings fühlte ich mich nur eingeengt und
habe mich dann letzten Endes von ihm getrennt. Ich lernte einen sehr tollen
Mann kennen. Er hat sich um mich gekümmert, zum Arzt geschickt (der mich,
wenn ich nicht endlich wieder essen würde, ins Krankenhaus Zwangseinliefern
wollte) und mich wieder aufgepäppelt hat. Er hat mich wieder zum Essen
geführt und mir ein Selbstwertgefühl vermittelt. Wir haben uns auch
angefangen richtig zu lieben und haben geheiratet. Ich war glücklich, ich
konnte endlich wieder Essen ohne ein schlechtes Gefühl dabei zu haben. Wenn
ich ehrlich bin war es auch großes Glück, dass ich das wieder konnte. Ich
wurde nämlich schwanger. Allerdings stellte sich nach der Schwangerschaft
raus, dass ich 40 kg zugenommen hatte, und ich wurde die Pfunde nicht mehr
los. Aus lauter Frust habe ich heimlich gegessen und mich geschämt vor die
Tür zu gehen. Vor einem halben Jahr bekam ich dann Depressionen und mir
wurde alles zuviel. Ich bekam und bekomme noch nicht einmal mehr meinen
Haushalt geregelt. Jetzt nach einem Urlaub, der mir Abstand verschaffen
sollte, ist die Sucht zu essen in eine Sucht zu essen und wieder zu
erbrechen geworden. Ich leide sehr darunter, will es aber auch nicht
aufgeben. Richtige Hilfe oder Unterstützung habe ich nicht bekommen und ich
trau mich auch jetzt nicht zu einem Arzt zu gehen, er würde mir ja die Sucht
nehmen. Von meinem Mann brauche ich Momentan auch keine Hilfe mehr erwarten.
Er ist ja froh, wenn ich wieder abnehme und so werde wie früher als wir
heirateten. Ich weiß nur eins, ich hatte nach der Magersucht Angst wieder in
eine Sucht zu verfallen und habe nicht mal gemerkt, dass ich schon in der
nächsten Sucht steckte. Zur Zeit beherrschen mich mehrere Ängste, ich will
nicht zunehmen, ich will aber auch nicht wieder zu dünn werden, ich hab's
doch schon mal hinter mir und ich habe Angst mein Kind in irgendeiner Form
allein zulassen, weil mein Alltag sich nur ums Essen dreht (Wenn ich
ehrlich bin geht es mir mittlerweile sogar auf die Nerven und mein Mann ist
mir zuwider). Ich habe Angst vor jedem Fressanfall und ich habe Angst
überhaupt was zu essen, es beunruhigt mich gegessen zu haben und um den
Brechreiz loszuwerden stecke ich den Finger in den Hals bis gar nichts mehr
rauskommt. Ich will abnehmen, ich will in meine alten Sachen wieder
reinpassen. Aber ich will auch nicht süchtig sein. Ich weiß, es widerspricht
sich, aber es ist so.
Eins möchte ich noch sagen, es fiel mir schwer mich darauf zu konzentrieren
das alles zu schreiben und es fiel mir noch schwerer zu schreiben wie es mir
erging und ergeht.
Vielleicht fühlt sich auch jemand genauso wie ich und Kontakt mit mir
aufnehmen will. Jedoch gebe ich meine eMail-Adresse nicht gern raus.
Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit über die Redaktion.
Ich danke allen die es interessiert hat.


B. A. , bei Siegen   (Kontaktaufnahme bitte über die Redaktion essstoerungen@web
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Keiner hilft mir

In letzter Zeit geht´s mir echt schlecht. Ich fühl mich total dick, obwohl andere
sagen ich bin verrückt, dass ich mich fett find. Dann will ich hungern, um endlich
mein Wunschgewicht zu erreichen. Wenn ich aber bis ca. 17h abends tapfer
durchgehalten hab mit Obst und haufenweise Tee und Wasser, habe ich riesige
Heißhungerattacken und esse und esse. Dann stecke ich mir den Finger in den
Hals und will das Zeug wieder loswerden, doch es klappt nicht. Dann hass ich
mich noch mehr und bin so sauer auf mich, dass ich ganz verzweifelt bin. Dann
denke ich, dass ich sogar zu blöd bin mich zu übergeben. Dann sag ich mir:
dann fang ich halt morgen mit meiner Diät an. Am nächsten Tag wiederholt sich
aber dann nur das selbe Spielchen wie am Vortag. So geht das immer weiter,
schon seit Monaten.
Ich wiege 51- 52kg bei einer Körpergröße von 1,55cm, und
habe tierische Angst zuzunehmen, weil ich nicht schaffe mich zu übergeben.

Meine Mutter sagt immer, dass mir schon geholfen wird, z.B. mit einer Therapie
oder so. Aber das sagt sie auch schon seit Monaten, es tut sich aber nichts. Ich
wünsche mir aber so sehr, dass mir geholfen wird, denn ich entwickle immer mehr
Selbsthass und weiß oft nicht mehr weiter. Jetzt ist auch noch mein Großvater
gestorben, und alle kümmern sich jetzt rührend um meine Oma (was ja eigentlich
selbstverständlich ist, und ich ihr auch gerne beistehen würde), aber ich bin so
sauer auf sie und werde richtig aggressiv wenn sie bei und zu Haus ist
(was sie ca. 10 STD. am Tag ist). Dann würde ich am liebsten ausziehen. Nun hab
ich hier das erste mal alles geschrieben, was mich bedrückt, und es tat irgendwie
richtig gut. Und hoffe natürlich, dass ich irgendwann wieder richtig essen kann,
und nicht 24 Std. am Tag ans Essen denken muss.

T.B., Duisburg
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Hab' ich's geschafft?

Meine Erfahrungen mit Magersucht beschränken sich auf meine eigene
Betroffenheit von dieser Krankheit seit meinem 16. Lj. Lange achtete niemand
darauf und auch vor mir selber konnte und wollte ich es bestens verbergen,
krank zu sein. Ich glaubte tatsächlich immer bestimmt nicht magersüchtig
zu sein, da ich die Magersucht für absolut unerreichbar hielt und mich auch
dafür zu minderwertig und nicht leistungsstark genug empfand.
Seit meiner Pubertät fühlte ich mich willenlos, fremdgesteuert, unpassend,
zu klein, zu laut, zu leise, zu müde und unbedeutend. Diese Eindrücke von
mir selber waren nicht einzeln fühlbar aber wurden irgendwann von mir unter
dem eindeutigen Attribut "zu fett" (immer 50kg) zusammen gefasst. Ab diesem
Zeitpunkt wurde alles, was an mir unlieb war, ob Aggression, Wut oder Schuld
verdrängt und gegen mich gerichtet. Das war die einzige Bewältigungsmöglichkeit,

die ich jemals erworben hatte.
So ging es dahin, je mehr Energie ich meinem Körper entziehen konnte, um so
weniger Energie hatte ich, um diese Gefühle zu spüren. Bis sie endlich weg
waren.
Zu diesem Zeitpunkt wog ich in meinem 25. Lebensjahr 32 kg (1.58 m) und
dachte, nun müsse alles unter Kontrolle sein. Doch mir fehlten auch die
guten Gefühle dieses Lebens. Ich wollte nicht nur durch die Erlebnisse
andere glücklich oder unglücklich sein. Wo war mein Leben geblieben, wo
waren meine Tränen, mein Lachen, meine Ängste und meine Träume?
Ich beschloss 1997 freiwillig im Wiener Allgemeinen Krankenhaus eine
stationäre Therapie zu beginnen.
Dort bekam ich einen Eindruck von meiner verhungerten Person. Ich war zwar
erschrocken, doch wollte ich auch nicht auf mein Laster verzichten.

Weiterhin besuche ich Einzeltherapiestunden. Ich habe seit 2 Jahren keine
Waage mehr. Ich halte mein Gewicht, sodass ich mich wohlfühle. Dennoch,
obwohl all diese Jahre der tiefen Schluchten und erschreckenden Abgründe
vergangen sind, ich fühle mich noch nicht sicher. Kann man es jemals ganz
schaffen? Kann man jemals einen Teller ansehen, und nicht überlegen, welche
Auswirkungen der Inhalt auf sein Seelenwohl haben wird? Ich weiß es nicht.
Für mich ist das große Ziel erreicht, dass ich die Frage um das Wohlbefinden
von mir persönlich abhängig mache und nicht mehr vom Essen oder Nichtessen.
Ich bin nun zufrieden und möchte allen, die mir geholfen haben, mir selbst
zu vertrauen, danken. Denen, die nicht zufrieden sind wünsche ich, dass sie
die Stärke finden, sich zu befreien. Alles Gute! Ich denke an Euch!

J.A., Wien
jeanne17at@yahoo.de
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Maßloses Essen

Mein Problem ist, dass ich esse und esse, obwohl ich gar keinen Hunger habe!
Oft stopfe ich mich so voll, dass mir schon schlecht wird mit Schokolade
(tafelweiße) etc.Wenn ich es tagsüber schaffe, mich zusammenzureißen, kommt
spätestens abends ein riesiger Fressanfall! Es bedrückt mich sehr, da ich nur
noch an mein Essverhalten denken muss! Ich habe schon mit meiner Familie,
Freundinnen und meiner Frauenärztin gesprochen, aber mich nimmt keiner ernst,
alle sagen, es wäre normal, aber ich bin mit mittlerweile ganz sicher, dass es
NICHT normal ist - ich weiß nicht mehr, was ich machen soll und komme da
alleine nicht mehr raus!!


K.J., Arnsberg
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Ich und das Wiederkäuen

Möchte von einem Problem berichten, das ich (inzwischen 55 Jahre
alt) schon von Kindheit auf habe. Kurze Zeit nach den Malzeiten (mehr oder
weniger regelmäßig und intensiv) verspüre ich einen Druck, dass meine Speisen
hochkommen und ich sie wiederkäuen muss. Ich habe subjektiv das Gefühl, das
Essen ein zweites Mal zu genießen, unterdrücke  es aber natürlich in der
Öffentlichkeit (Rückzug in Toilette oder abgelegenen Ort). Meine Eltern
wussten davon, es hieß da aber nur, gewöhn dir diese blöde Angewohnheit ab.
Vor meiner Frau konnte ich diese Angewohnheit einige Jahre verbergen, aber
im familiären Bereich lässt man sich schon ab und zu mal etwas gehen und so
weiß auch sie von dieser dummen Gewohnheit. Es ist wie eine Sucht, ich
versuche dies zu unterdrücken, gelingt mir aber nicht. Es ist eine Sache,
mit der ich mich geniere, mit jemandem offen zu reden, und ich glaube und
hoffe auf diesem Weg Hilfestellungen zu bekommen.

Vielleicht gibt es ähnlich Betroffene, Selbsthilfegruppen mit gleichen oder
ähnlichen Problemen. Für Hilfetipps via E-Mail wäre ich Ihnen sehr dankbar.


Christian Hintler, Riederau
hintler@gmx.de

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Ich und die Bulimie

Bei mir hat die Bulimie angefangen wie bei vielen! Ich habe mich zu dick gefühlt, ok ich fühle
mich immer noch zu dick, alle meine Freunde sagen ich bin es nicht doch ich weiß das ich es bin.
Also ich abnehmen wollte ging das noch so wie ich dachte und ich hungerte drei Wochen lang doch
dann musste ich ins Krankenhaus und das wollte ich nicht noch mal erleben, also habe ich gegessen
aber es nicht lange bei mir behalten! Ich wollte es bei mir behalten doch dann sah ich mich im
Spiegel an und dachte: `OH Gott, du siehst aus als wenn du 10 kg zugenommen hättest, das kannst
du deinem Körper nicht antun. Alle werden dich hänseln, schau dich doch nur mal an!` Also ging
ich in Badezimmer, Richtung Toilette und steckte mir den Finger in den Hals. Dann sah ich wieder
in den Spiegel und dachte diesmal:`Schau dich an, jetzt bist du wieder hübsch und schlank.` Das
ging eine ganze Zeit so, dieses Ess-Brech-Verhalten! Mein Freund merkte langsam auch das was
mit mir nicht stimmte, aber ich sagte ihm nichts. Ich hatte Angst das er mich verlässt, denn
ich liebte ihn ja und tu es heute noch! Ich wollte damit aufhören aber es ging nicht, als ich
den Spiegel sah, sah ich wieder dieses fette `Etwas` vor mir! Dann habe ich wieder versucht
nichts zu essen, aber ich bekam Heißhunger und stopfte wieder alles mögliche in mich hinein!
Ich mache das heute immer noch und ich finde mich immer noch zu dick(173cm und 50kg)! Mein
Freund weiß bis heute noch nichts, aber irgendwann muss ich es ihm sagen...leider, denn die
Angst ist immer noch da das er Schluss machen wird! Ich weiß nicht wie ich jemals wieder
normal essen soll, überall diese Kalorien! Ich habe Angst vor mir selbst!


Nicole Hofmann, München

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